Traditionelle und alternative Heilmethoden in Hessen

Ess-Störungen frühzeitig erkennen und behandeln

Ess-Störungen sind bei Mädchen und jungen Frauen die dritthäufigsten Erkrankungen. Die Frauen möchten dem Schlankheitsideal aus Film und Fernsehen auf jeden Fall entsprechen. Dabei stellt sich dem objektiven Beobachter oft die Frage, was eigentlich „zu dick“ heißt. Der kulturelle Einfluss spielt in der westlichen Welt sicher eine wichtige Rolle.

Der Ernährungsexperte und Buchautor Uwe Knop versucht darauf in seinem Artikel eine Antwort zu geben. Aber diese Antworten werden den Frauen mit ausgeprägten Essstörungen (Anorexia nervosa und Bulimia nervosa) nicht gerecht. Denn bei ihnen liegt ein gestörtes Verhältnis zu ihrem Körper und zu ihrer weiblichen Identität vor.

Von Magersucht (Anorexia nervosa) spricht man, wenn durch Hungern und Nahrungsverweigerung das Körpergewicht absichtlich 15 Prozent unter das für Größe und Alter zu erwartende Gewicht gebracht wird.

Zur Einschätzung von Untergewichtigkeit dient der BMI, d.h. der body mass index. Der BMI wird berechnet aus dem Körpergewicht [kg] dividiert durch das Quadrat der Körpergröße [m2]. Die Einheit des BMI ist demnach kg/m2.

Die Erkrankung tritt meist in der Altersgruppe zwischen 12-25 Jahren auf. Der Anteil der Frauen liegt bei ca. 90 %, wobei der Erkrankungsgipfel zwischen 14. und 17. Lebensjahr zu beobachten ist.  Ca. 1% der jungen Frauen sind von der Anorexie-Erkrankung betroffen.

Es besteht weitgehend Konsens  über die Genese der Magersucht als multifaktorielles Krankheitsgeschehen, bei welchem innerseelisch-psychodynamische, psychosoziale, soziokulturelle und biologische Faktoren ineinandergreifen und gegenseitige Verstärkerfunktion besitzen.

Therapie der Anorexia nervosa
Entsprechend sollte diesem Krankheitsbild auch mit einem multimethodalen Therapieansatz begegnet werden.

Die Bearbeitung des innerseelisch-psychodynamischen Konfliktes, des familiären und psycho-sozialen Umfeldes stellt ebenso wie die Rückkehr zu normalen Essgewohnheiten ein unverzichtbares Therapieelement dar.

Ernsthafte medizinische Komplikationen, ausgeprägte Verleugnungstendenzen und ungenügende Introspektionsfähigkeit machen eine stationäre Psychotherapie in der Regel notwendig. Eine ambulante Therapie ist zumindest in der Anfangsphase wenig sinnvoll.

Indiziert sind aus psychotherapeutischer Sicht psychoanalytische sowie auch verhaltenstherapeutische und familientherapeutische Vorgehensweisen.

Auch die an Ess-Brechsucht Erkrankten (Bulimia nervosa) – zu 90 Prozent sind es Frauen – sind extrem besorgt um ihre Figur und das Körpergewicht. Sie sind meist schlank; vom äußeren Erscheinungsbild weist nichts auf eine Erkrankung hin. Ihr Essverhalten haben sie in der Öffentlichkeit unter Kontrolle.

Die Bulimie zeichnet sich durch eine unwiderstehliche Gier nach Nahrungsmitteln aus, die zu Essattacken führt: In möglichst kurzer Zeit wird eine große Menge (durchaus mehr als 3.000 kcal je Attacke) meist sehr kalorienreicher Lebensmittel in der Regel unzerkaut verschlungen; ein Sättigungsgefühl wird nicht/kaum wahrgenommen.

Häufigkeit: Nach Schätzung bis zu 3% der 12- bis 25-Jährigen sind betroffen, ca. 90% Frauen, 10% Männer. Der Erkrankungsgipfel liegt etwa im 18. Lebensjahr, die Patientinnen (Patienten) sind in der Regel etwas älter als die an Anorexie Erkrankten.

Am Beispiel der Bulimia nervosa, beschreibt die Diplom Ökonomin Simone Happel, die selber jahrelang an einer Essstörung gelitten hat, in welcher schrecklichen Situation sich eine Frau zwischen Heißhungerattacken und selber ausgelöstem Erbrechen befindet. Sie rät dazu, dieses zwanghafte Verhalten als Krankheit anzuerkennen, Hilfe anzunehmen und Austausch mit Leidensgenossinnen zu suchen.

Es handelt sich bei der Bulimia nervosa um ein primär psychisch bedingtes Krankheitsbild. Prädisponierende Faktoren sind: Körper- und Figurunzufriedenheit, geringes Selbstwertgefühl, dysfunktionale Denkschemata, dichotomes Denken (schwarz/weiß), positive Verstärkung (durch die Belohnung der Nahrungsaufnahme) , familiäre Faktoren.

Therapie der Bulimia nervosa
Ähnlich wie bei der Magersucht handelt es sich bei der Bulimie um ein multifaktoriell bedingtes Krankheitsbild, dem nur mit einem multidimensionalen Therapieansatz zu begegnen ist.

Im Gegensatz zu magersüchtigen Patientinnen stellt sich die körperliche Situation dieser Patientinnen meist stabiler dar. Die Frage einer ambulanten  oder stationären Therapie richtet sich nach der Schwere der Psychopathologie und dem psychosozialen Arrangement der Patientinnen.

Indiziert sind aus psychotherapeutischer Sicht psychoanalytische sowie auch verhaltenstherapeutische und familien-therapeutische Vorgehensweisen.

Weitere Informationen unter: Was bedeutet eigentlich zu dick?“ und Bulimie, der Ochsenhunger, der krank macht.

 

Dr. med Gabriele Tille
Dr. Gabriele Tille

Weitere Informationen über die Naturheilpraxis Dr. med Gabriele Tille finden Sie unter:
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