Traditionelle und alternative Heilmethoden in Hessen

Wie Traumatisierungen unter der Geburt Frauen lebenslang begleiten können

In meiner Praxis habe ich täglich mit Frauen zu tun, die an den unterschiedlichsten Beschwerden leiden und hoffen, in der Homöopathie oder Psychotherapie eine Hilfe zu finden. In der Anamnese wird oft erst nach vielen Stunden klar, dass auch gewalttätige Erlebnisse bei den Entbindungen ihrer Kinder diese Frauen sprachlos und verzweifelt gemacht haben. Sie fühlen sich schuldig, weil sie nicht in der Lage waren, eine normale Geburt zu erreichen oder weil sie ihr Baby nicht genügend vor eingreifenden Maßnahmen schützen konnten. Sie fühlen sich minderwertig, weil sie sich nicht gegen das Personal durchsetzen konnte. Sie fühlen sich betrogen, weil sie sich eine ganz andere, schönere, friedlichere Geburt gewünscht hatten.

Jetzt endlich hat die junge Mutter und Autorin, Christina Mundlos, in ihrem Buch „Gewalt unter der Geburt“ und dem Artikel „Gewalt in der Geburtshilfe, das alltägliche Verbrechen“  gegen diese Gewalt angeschrieben. Wenn ich nicht schon aus den Begegnungen mit meinen Patientinnen gewusst hätte, wie sich gebärende Frauen manipuliert und allein gelassen fühlen können, hätte ich erstmal gedacht: „diese reißerischen Überschriften, das ist unterstes Niveau“. Aber wenn Sie sich den Artikel durchlesen, werden Sie merken, wie subtil auf der einen Seite, aber auch wie aggressiv auf der anderen Seite sich diese alltägliche Gewalt in den deutschen Kreißsälen äußert.

Gebärende befinden sich in einer extrem verletzlichen Situation. Mit raschen Entscheidungen sind sie überfordert. Während sie sich in einer vertrauten ruhigen Umgebung voll auf ihre Wehenschmerzen, ihre Atmung, ihre Kraft konzentrieren sollten, werden sie in lauter, heller Umgebung von einer Vielzahl wechselnder Ärzte, Hebammen, Schwestern angesprochen, schmerzhaft untersucht und wieder allein gelassen. Ängste werden geschürt, um die Geburt rasch abschließen zu können. Personalmangel und fehlende finanzielle Anreize führen dazu, dass Risikoschwangerschaften konstruiert werden.

Die Folgen erfahre ich dann in der Praxis: Depressionen, Angststörungen, Schlafstörungen, Eheschwierigkeiten, überforderte Eltern und aggressive Kinder.

Mundlos versucht, die Gründe für diese fehlgeleitete Medizin herauszufinden. Ihren Forderungen für eine frauenfreundliche Geburtshilfe kann ich mich nur anschließen. Das Abschaffen der Gewalt unter der Geburt wird nur möglich, wenn die Öffentlichkeit darüber informiert ist. Daher ist es auch ein bedeutender Schritt, wenn Betroffene wieder am 25. November, Roses Revolution Day, eine rosafarbene Rose vor der Tür niederlegen hinter der ihnen Gewalt angetan wurde – ein würdevoller Akt, der eine Gewaltform ins Bewusstsein holt, die uns mit Sprachlosigkeit erfüllt.

Autorin: Prof. Dr. Ingrid Gerhard

Dr. med Gabriele Tille
Dr. Gabriele Tille

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