Beschwerdefrei leben mit Gicht

Die Gicht ist wie der Diabetes und die Fettstoffwechselstörungen eine Zivilisationskrankheit, die viel mit Bewegungsmangel und Überernährung zu tun hat.

Etwa fünf Prozent aller Männer und etwa ein Prozent der Frauen sind betroffen. Bereits bei 20- bis 30-Jährigen treten heute erste Symptome auf. Einerseits ist die Anlage zur Gicht erblich, andererseits liegt es fast nur an der Ernährung, ob sich Gichtsymptome zeigen oder nicht.

Wie entsteht Gicht?
Die Gicht ist eine Folge erhöhter Harnsäurewerte im Blut. Diese entsteht im Körper durch den Abbau von Purinen, die sowohl in pflanzlicher als auch in tierischer Nahrung vorkommen. Ihr Körper selbst bildet ebenfalls Purine. Diese sind ein Bestandteil aller Zellen, vor allem der Zellkerne. Normalerweise wird die aus den Purinen entstehende Harnsäure über die Nieren ausgeschieden. Ist diese Ausscheidungsmöglichkeit aber gestört oder befindet sich zu viel Harnsäure im Blut, bleibt sie im Körper und lagert sich an verschiedenen Stellen als kristallförmiger Rückstand an: vor allem in den Gelenkkapseln, aber auch in der Haut und anderen Körpergeweben, zum Beispiel in den Nieren. Es kommt zu schmerzhaften Schwellungen und Verformungen von Gelenken, zum Beispiel der Finger und der Zehen, ähnlich wie beim Rheuma. In den Nieren bilden sich Nierensteine, die zu Koliken führen können.
Wenn sich in den Gelenken große Mengen von Harnsäurekristallen gebildet haben, dann kann es zum Gichtanfall kommen, vorzugsweise im Großzehengrundgelenk. Das Gelenk ist sehr schmerzhaft und heiß, es kann auch zu Allgemeinreaktionen wie Fieber und Erbrechen kommen. Es kann mehrere Tage dauern, bis der Anfall abgeklungen ist.

Wie kann ein gesunder Lebensstil helfen, die Komplikationen der Gicht zu verhindern?
-    Am wichtigsten ist die Ernährungsumstellung auf fleischarme Kost, auch Fisch sollte auf 1x pro Woche reduziert werden.
-    Bevorzugen Sie laktovegetabile Ernährung.
-    Bauen Sie Ihr Übergewicht ab, allein dadurch verringert sich die anfallende Harnsäure im Körper
-    Trinken Sie nur wenig Alkohol, denn durch Alkohol wird die Ausscheidung der  Harnsäure über die Nieren gehemmt. Ein Gläschen Wein ist dabei bekömmlicher als Bier, denn Bier enthält die harnsäurefördernden Purine.
-    Achten Sie darauf, nur basische Flüssigkeiten wie Wasser, Kräutertee und verdünnte Fruchtschorle zu trinken und davon mindestens 2 l pro Tag.
-    Besorgen Sie sich einen Ratgeber zum Thema Gicht, wo Sie das Thema noch vertiefen können und genaue Listen von Lebensmitteln bekommen, die purinfrei sind.
-    Es ist sinnvoll, diese Ernährungsweise immer beizubehalten, denn die Bereitschaft zur Gicht verschwindet nicht von selbst. Gleichzeitig mit dieser Änderung Ihres Lebensstils vermeiden Sie auch die anfangs erwähnten Krankheiten wie Diabetes und Fettstoffwechselstörung.

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Dr. med Gabriele Tille
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