Traditionelle und alternative Heilmethoden in Hessen

Allergien

Allergierisiko selbst einschätzen

Kennen Sie Ihr persönliches Allergierisiko? Beantworten Sie einfach die unten angegebenen Fragen.

1. Leiden oder litten Ihre Eltern oder deren Geschwister an allergischen Erkrankungen?

2. Wurden Sie als Kind weniger als sechs Monate oder gar nicht gestillt?

3. Litten Sie als Kind an einem lange anhaltenden Milchschorf?

4. Haben oder hatten Sie Neurodermitis?

5. Stehen Sie beruflich oder privat unter starkem Stress?

6. Rauchen Sie?

7. Haben Sie beruflichen Kontakt zu allergieauslösenden Stoffen (z. B. Chromat in Zement, Latexhandschuhe, Haarfärbemittel, Mehlstäube)?

8. Halten Sie Haustiere in Ihrer Wohnung oder in Ihrem Schlafzimmer?

9. Stehen in Ihrer Wohnung oder am Arbeitsplatz Topfpflanzen mit Erde?

10. Haben Sie in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus Schimmel oder feuchte Stellen bemerkt?

11. Wohnen Sie in einer verkehrsreichen Gegend (Hauptverkehrsstraße, Industriegebiet )
12. Wurden Sie in den letzten Jahren häufiger mit Antibiotika behandelt?

Auswertung:
Wenn Sie mindestens 4 dieser Fragen mit ,,ja“ beantwortet haben, dann kann Ihr Allergie-Risiko erhöht sein.
Bei bisher unklaren Krankheitssymptomen, die Sie zum Beispiel eher einer Erkältung oder Bronchitis zugeordnet haben, kann es sich auch um einen Heuschnupfen oder ein allergisches Asthma handeln. Diese Beschwerden können auch ganzjährig auftreten. diese Möglichkeit an. Wenden Sie sich auf jeden Fall an den Arzt Ihres Vertrauens.

Pollenassoziierten Nahrungsmittelallergien vorbeugen

Pollenassoziierte Nahrungsmittelallergien sind die bei Erwachsenen am häufigsten vorkommenden Typen der Nahrungsmittelallergien.

Kreuzreaktionen zwischen inhalativen und nutritiven Allergenen können die bestehende Toleranz gegenüber Antigenen in Nahrungsmitteln brechen.

Typische Symptome beim OAS ( orales Allergiesyndrom ):

–    Irritationen im Mundbereich ( Lippen, Zunge, Rachen, Gaumen ) wie Kribbeln, Brennen, Jucken, Pelziges Gefühl, Schwellung
–    Allergischer Schnupfen
–    Allergische Konjunktivitis
–    Atemnot / Asthma
–    Magen- Darm- Probleme

Je naturbelassener ein Nahrungsmittel ist, desto eher kann es eine allergische Reaktion hervorrufen. Viele pflanzlichen Nahrungsmittel sind hitzelabil, das heißt beim Erhitzen des Lebensmittels wird der allergen wirksame Bestandteil zerstört.

Während der Allergiesaison von Frühjahr bis Herbst wird abgeraten von :

–    Verzehr roher Getreideprodukte wie im Müsli und dem Verzehr von Sesam, Mohn und Sonnenblumenkernen

–    Genuss von Alkohol in Zusammenhang mit aggressiven Antigenen

–    Fertigprodukten mit unüberschaubaren Zutaten

–    Vermehrtem Verzehr von Kräutern und Gewürzen und weitgehend unerhitztem Gemüse, das mit Pollenallergien assoziiert ist

Liste von häufigen Kreuzallergien:

Birke/ Erle / Hasel:
–    Kernobst ( Apfel, Birne )
–    Steinobst ( Pflaume, Pfirsich, Aprikose, Kirsche )
–    Haselnuss, Walnuss, Paranuss, Erdnuss, Mandel
–    Kiwi
–    Curry, Anis, Petersilie und viele andere Gewürze
–    Karotte, Kartoffel
–    Soja

Apfel:
–    Kartoffel, Karotte
–    Kern- und Steinobst

Aspergillus fumigatus:
–    Hausstaub
–    Nahrungsmittel ( Käse, Milch, Fleisch, Brot, Marmeladen, Säfte, Tomaten )
Beifuss:
–    Artischocke, Gurke, Kartoffel, Karotte, Melone, Paprika, Sellerie, Tomate
–    Kamille
–    Anis, Koriander, grüner und schwarzer Pfeffer, Estragon

Birke:
–    Grüner Apfel, Birne, Kirsche, Pflaume
–    Haselnuss, Walnuss
–    Karotte, Sellerie, Avocado
–    Litschi, Kiwi

Cladosporium herbarum ( siehe Aspergillus )

Dorsch:
–    Aal, Forelle, Lachs, Makrele, Thunfisch

Eiche:
–    Apfel, Kernobst
–    Anis
–    Haselnuss, Walnuss
–    Karotte, Sellerie,
Eigelb / Eiklar:
–    Geflügelfleisch, Vogelfedern

Erbse:
–    Erdnuss
–    Fenchel, Fenchelsamen
–    Guar, Johannnisbrot
–    Kichererbse, Linse, Sojabohne, weiße Bohne

Erdnuss:
–    Gräser
–    Hülsenfrüchte

Erle:
–    Apfel
–    Anis
–    Haselnuss, Walnuss
–    Karotte, Sellerie
–    Kernobst
–    Doldenblüter

Garnele:
–    Hummer, Krabbe, Tintenfisch, Krebs

Gräser:
–    Hülsenfrüchte plus Erdnuss, Soja
–    Tomate, Kartoffel,
–    Getreideprodukte

Haselnuss:
–    Birke, Hasel, Erle

Hausstaubmilbe:
–    Vorratsmilben, Vorratsschädlinge

Kaninchenepithelien:
–    Hasen

Mehlmilbe:
–    Vorratsmilben, Vorratsschädlinge, Hausstaubmilben

Milch:
–    Milchpulver, Stutenmilch, Ziegenmilch

Pfirsich:
–    Aprikose, Pflaume, Guave, Banane, Karotte

Reis:
–    Gerstenmehl, Hafermehl, Maismehl, Roggenmehl, Weizenmehl, Roggenpollen

Roggen:
–    Andere Getreide, Hülsenfrüchte, Soja, Bohne, Banane, Melone

Roggenpollen:
–    Hülsenfrüchte, Tomate, Kartoffel, Getreideprodukte

Sellerie:
–    Obst ( Kern- und Steinobst )
–    Karotten
–    Gewürze ( Anis, Dill, Fenchel, Koriander, Liebstöckel, Basilikum, Oregano, Majoran, Thymian, Pfeffergewächse )

Sesam:
–    Nüsse

Soja:
–    Gräserpollen
–    Erdnüsse
–    Erbsen

Tomate:
–    Aubergine
–    Paprika
–    Zucchini

Wegerich:
–    Wegericharten
–    Gänsefußgewächse

Weizen:
–    Andere Getreide
–    Hülsenfrüchte
–    Soja
–    Banane
–    Melone

Laktoseintoleranz erkennen und behandeln

Maldigestion und Malabsorption von Kohlenhydraten sind Ursachen für chronische abdominelle Beschwerden. Auslöser dafür ist unter anderem die Laktose.

Die Laktoseintoleranz kommt bei ca. 15% der Bevölkerung in Deutschland vor, also bei etwa 12 Millionen Menschen, weltweit ist sie noch wesentlich häufiger.
Ursache der gestörten Laktoseaufnahme ist ein Mangel des in der Dünndarmmukosa lokalisierten Enzyms Laktase. Diese spaltet normalerweise das Disaccharid Laktose in die Monosaccharide Glukose und Galaktose, die im Dünndarm resorbiert werden können. Laktose dagegen ist nicht resorbierbar.

Arten der Laktoseintoleranz

1.    Die angeborene Laktoseintoleranz ist genetisch determiniert. Diese Erkrankung wird schon im Säuglingsalter manifest und tritt extrem selten auf.

2.     Die erworbene Laktoseintoleranz, die im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter auftritt. Die Gründe für die deutliche Zunahme der Laktoseintoleranz sind neben genetischen Einflussfaktoren sicherlich in dem extrem hohen Konsum von Milchprodukten seitens der Bevölkerung zu sehen. Es gibt immer mehr industriell hergestellte Milchgetränke, die schon Fast- Food- Charakter haben. Durch den Anstieg der Verwendung von Laktose im Bereich der Fertignahrungsmittel und in der pharmazeutischen Industrie sind wir mit einer zigfachen Menge der Laktose konfrontiert als noch vor 40 Jahren.

3.    Die sekundäre Laktoseintoleranz, bei der die verminderte Laktaseaktivität durch eine Grunderkrankung bedingt ist, z.B. bei Zöliakie, chronisch- entzündlichen Darmerkrankungen, infektiöser Diarrhoe oder nach Antibiotika/ Zytostatika- Therapie. Nach der Behandlung und Ausheilung der Grunderkrankung kann sich die Laktoseunverträglichkeit wieder normalisieren.
Im Rahmen eines chronisch erhöhten Alkoholkonsums, beim Reizdarmsyndrom, aber auch schon beim Auftreten kleiner Entzündungsherde in den oberen Schichten der Dünndarmschleimhaut kann sich die Enzymaktivität der Laktase spürbar verringern.

Eine Laktoseintoleranz kann schnell und einfach mit dem H2 (Wasserstoff) – Atemtest nachgewiesen werden. Der ebenfalls angewandte Gentest weist lediglich die Veranlagung nach, macht aber keine Aussage über die Ausprägung der Symptomatik bei Laktoseunverträglichkeit.

Ernährungstipps für die Praxis

–    Laktosehaltige Speisen werden besser vertragen, wenn sie zusammen mit anderen Lebensmitteln verzehrt werden ( langsamere Passagezeit im Dünndarm, längerer Kontakt mit der laktasehaltigen Dünndarmschleimhaut)

–    Es gibt keine E- Nummer Laktose ; der Begriff „ Zuckerstoffe“ in einem Nahrungsmittel kann eine Mischung von verschiedenen Zuckern und damit auch Laktose enthalten

–    Milcheiweiß und Milchsäure enthalten keine Laktose
–    Pflanzliche Bindemittel sind laktosefrei

–    Klassische Milchprodukte: Vorzug der gesäuerten Produkte, da langsamere Transitzeit im Darm. Die erhöhte mikrobielle Laktaseaktivität wird durch den Einfluss der Gallensalze sichergestellt, sodass das Milchprodukt die Laktosespaltung durch die Bakterien sozusagen selbst übernimmt. Die mikrobielle Spaltungsaktivität geht allerdings bei erhitzten Sauermilchprodukten verloren.

Histaminintoleranz erkennen und behandeln

Die Histaminintoleranz beruht auf Unverträglichkeit von mit der Nahrung aufgenommenem oder aus Körperzellen ( endogen ) freigesetztem Histamin.

Ursächlich dafür sind:

1.    Histaminreiche Nahrung
2.    Verzehr hoher Mengen anderer biogener Amine
3.    Histaminliberatoren
4.    Hemmung der DAO ( Diaminoxidase, baut Histamin ab )
5.    Akute und chronische Darmerkrankungen
6.    Angeborener Enzymdefekt der DAO

Ein Überschuss an Histamin kann zu folgenden Beschwerden führen:

–    Histaminkopfschmerz ( auch Migräne )
–    Flush ( Erröten nach Alkoholgenuss, vor allem Rotwein, Sekt, Likör )
–    Hypotonie
–    Tachykardien
–    Generalisierter Juckreiz
–    Quincke- Ödem ( Anschwellen der Lippen, Lider und Gesicht, Atemnot )
–    Allergische Reaktion wie „ verstopfte Nase“, gerötete Augen, Asthma bronchiale
–    Schlafstörungen
–    Arrhythmien
–    Diarrhoe, Bauchkrämpfe, Erbrechen
–    Anaphylaxie
–    Dysmenorrhoe

Die Histaminintoleranz kann durch unterschiedliche Mechanismen hervorgerufen werden.
Histaminreaktionen sind nicht IgE- oder IgG- vermittelt und gehören daher zu den pseudoallergischen Reaktionen
Im Gegensatz zur Atopie gibt es bei der Histaminintoleranz keine Sensibilisierungsphase, d.h. die Symptomatik tritt schon bei Erstkontakt mit Histaminliberatoren auf, wobei schon kleine Mengen an Histamin ausreichen können, um ein individuelles Beschwerdebild zu verursachen.

Pathophysiologie der Histaminintoleranz

1.    Verzehr histaminreicher Nahrungsmittel
Durch die zunehmende Industrialisierung bei der Herstellung von Lebensmittel und die lange Lagerung von Nahrungsmitteln treten bei bestimmten Nahrungsmittelgruppen hohe Histaminbelastungen auf. Das Histamin entsteht durch die Umwandlung von Histidin durch Einwirkung von Bakterien und auf biochemischem Weg.

–    Lange gereifte Käsesorten
–    Geräuchertes, gepökeltes, getrocknetes Fleisch
–    Geräucherter, gepökelter, getrockneter Fisch
–    Ananas, Apfel, Banane, Erdbeeren, Karotten, Kiwi, Kürbis, Orangen, Sauerkraut, Spinat, Tomaten
–    Champagner, Sekt, Likör, Rotwein
–    Schwarzer Tee
–    Kakao, Knabbergebäck, Nougat, Rotweinessig, Schokolade, Hefe

2.    Verzehr hoher Mengen anderer biogener Amine
Die meisten anderen biogenen Amine haben eine höhere Affinität zu dem Enzym DAO als Histamin, weswegen sie bevorzugt im Dünndarm abgebaut werden. Damit kann bei begrenzter DAO- Aktivität und hohem Histaminanfall eine Überbelastung des Körpers ausgelöst werden.
Tyrosin / Tyramin: Aminosäure, als Vorstufe für die Synthese bestimmter Hormone im Körper; Abbau zu Tyramin, das als Gewebehormon wirkt und auf die glatte Muskulatur wirkt ( eher gefäßverengend und blutdrucksteigernd ). Bei Eiweißfäulnis im Darm Abbau des Tyrosins zu Kresol und Phenol.
Serotonin: Ein biogenes Amin, Mediatorsubstanz, Gewebehormon in der Peripherie, Bildung aus der Aminosäure Tryptophan, Abbau zu 5- Hydroxyindolessigsäure.
Putreszin: entsteht aus der Aminosäure Ornithin bei Eiweißfäulnis, Leichengift.
Kadaverin: Entsteht aus Lysin bei der Eiweißfäulnis.

3.    Histaminliberatoren
Histamin liegt in den Blut- und Gewebszellen gespeichert in inaktiver Form vor. Durch Nahrungsmittel und Alkohol werden diese Histamine ausgeschüttet und erhöhen die Gesamtbelastung des Organismus.

4.    Hemmung der DAO
Alkohol hemmt die DAO; außerdem sind etwa 94 Wirkstoffe in Medikamenten bekannt, die die DAO in ihrer Produktion oder Aktivität hemmen, z.B: Schmerz-, Schlafmittel, Hustenlöser und nichtsteroidale Antirheumatika.

Moderne Mayr-Therapie speziell bei Histaminintoleranz:

–    Die Dr. F. X. Mayr – Kur erfüllt die Kriterien einer mindestens 4 Wochen dauernden Eliminationsdiät.
–    Die Dr. F. X. Mayr – Kur entlastet den Darm von chronischer Gärung und Eiweißfäulnis.
–    Sie dient der tief greifenden Regeneration der Dünndarmschleimhaut und all ihrer Funktionen.
–    Die Entlastung der Leber ermöglicht die Regeneration ihrer Entgiftungskapazität.
–    Die intensive Basentherapie hilft, das alkalische pH-Optimum im Dünndarm wieder herzustellen.
–    Die Beratung über eine langfristige Neuorientierung in der Ernährung kann die speziellen Belange eines Patienten mit HIT einbeziehen. Die Regeln der Dr. F. X. Mayr ´schen Ernährungsweise berücksichtigen einerseits das Wie des Essens, aber auch das Was. Die bei HIT empfohlene Ernährung mit möglichst frischen, naturbelassenen Nahrungsmitteln ohne intensive industrielle Bearbeitung oder zu lange Lagerung korrespondiert mit den Vorschlägen der Mayr-Therapie.
–    Das Therapieprinzip der Substitution bedeutet speziell bei der HIT die Ergänzung mit Vitamin C und Vitamin B6. Damit kann auch schon während der Dr. F. X. Mayr – Kur begonnen werden, z.B. auch mit der parenteralen Verabreichung von Vitamin- C- Infusionen und B6- Injektionen.

Dr. med Gabriele Tille
Dr. Gabriele Tille

Weitere Informationen über die Naturheilpraxis Dr. med Gabriele Tille finden Sie unter:
www.naturheilverfahren-hessen.de

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