Traditionelle und alternative Heilmethoden in Hessen

Männergesundheit

Männergesundheit- Sozialmedizinische Betrachtung

Das Thema „ Männergesundheit“ gibt es im Bereich der Medizin und der Medien seit etwa zehn Jahren. Als Meilensteine sind zu nennen:

die Zulassung von „ Viagra“ 1998, die Einrichtung der ersten Professur für Männergesundheit an der Universität Hamburg und die Einführung der ärztlichen Zusatzbezeichnung Andrologie mit Tätigkeitsschwerpunkt Männerarzt. Damit hat sich auch in der seriösen Medizinpresse und in anderen Medien das Thema als wichtig und relevant für die öffentliche Diskussion entwickelt.

Welche Aspekte sind sozialmedizinisch besonders relevant?

–    Im Rahmen der veränderten Alterspyramide und der nach wie vor steigenden Lebenserwartung hat zum Beispiel die Zahl der Krankenhauseinweisungen von Männern über 65 Jahren von 1998 bis 2002 um 80 % zugenommen, bei Frauen nur um 37 %. Die Bedeutung für die medizinische Versorgung und die Kostenentwicklung liegt darin, dass sich bei älteren Männern vorher nicht beachtete oder nicht diagnostizierte chronische Krankheiten manifestieren und zu Komplikationen führen können, die die Lebensqualität massiv einschränken, Pflegebedürftigkeit nach sich ziehen und das gesunde alt werden verhindern.

–    Deutsche Männer sterben an Herz- Kreislauferkrankungen, Krebs, Unfällen, Verletzungen, Vergiftungen, Chronischen Lungen –und Lebererkrankungen.
–    Der plötzliche Herztod betrifft vorwiegend Männer im Alter von 50 bis 70 Jahren.
–    Länger als 1 Jahr anhaltende Arbeitslosigkeit führt bei Männern zu einem allgemein eingeschränkten Gesundheitszustand von bis zu 40 %.
–    Männer gehen ungern zum Arzt, weil sie die Wartezeiten bemängeln, Furcht vor schmerzhaften Untersuchungen vermeiden wollen und schlechte Ergebnisse fürchten.
–    Die Sterblichkeit nach Verlust des Ehepartners ist innerhalb der nächsten 4 Jahre bei Männern doppelt so hoch wie bei Frauen ( Studie von 1996, Martikainen, n= 1,5 Millionen Paare ).
–    Männer bringen sich in allen Altersklassen häufiger um, Frauen reden in allen Altersklassen häufiger über Suizid.

In den nächsten Jahren ergeben sich für die Sozialpolitik und die Medizin folgende Schwerpunkte zum Thema Männergesundheit:

Die allgemeine gesundheitliche Aufklärung muss sich verbessern. Einbezogen werden sollten schon junge Männer.
Ernährung, Fitness und die Inanspruchnahme von Vorsorgeleistungen speziell für Männer sind wichtige Themen für die Primär- und Sekundärprävention.
Gesellschaftlich müsste eine Diskussion um die Möglichkeiten zur Entlastung männlicher Rollen- und Leistungsanforderungen in Gang kommen.
Die Verbesserung der Lebensqualität von Männern in allen Altersklassen hat Vorrang vor einer maximal erreichbaren Lebenserwartung.

Männergesundheit- die Bedeutung von Vorsorgeuntersuchungen

Gesund und leistungsfähig zu bleiben, das sind in Zeiten von Globalisierung, Wirtschaftskrise und Arbeitsplatzverlust zunehmend wichtige Aspekte in unserer Gesellschaft.

Besonders Männer haben auf diesem Gebiet der aktiven Gesundheitsvorsorge einen großen Nachholbedarf.
Und die Medizin hat einen mindestens ebenso großen Bedarf, männerspezifische Gesundheitsrisiken zu erkennen und zu behandeln.
Bei weiterhin steigender Lebenserwartung der Bevölkerung bleiben die Männer nach wie vor um etwa 5 ½ Jahre hinter den Frauen zurück.
Neben geschlechtsspezifischen genetischen Risiken ist dafür vor allem ein sorgloserer Umgang mit der Gesundheit sowohl in jüngeren Jahren (Risikosportarten, Konsum von Suchtstoffen, Verhalten im Straßenverkehr ) als auch im mittleren Lebensalter ( hoher Arbeitsdruck, Bewegungsmangel, falsche Ernährungsgewohnheiten ) verantwortlich für diesen gravierenden Unterschied in der Lebenserwartung. Männer neigen auch im Gegensatz zu Frauen dazu, Beschwerden zu ignorieren und zu verdrängen.
Während durchschnittlich 40 % aller Frauen regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen machen lassen ( was eigentlich auch zu wenig ist ), sind es beim männlichen Geschlecht gerade mal 20 %.

Welche Konsequenz hat diese Situation für den Umgang mit Männern in den Arztpraxen?

Wenn Gesundheit bis ins hohe Alter in hohem Maß von konsequenter Prävention und Gesundheitsberatung abhängt, dann müssen die Mediziner Männern gezielt Vorsorgeprogramme und ein „ lebensbegleitendes“ Gesundheitscoaching anbieten.
Wichtigste Ansprechpartner für die Männer sind die Hausärzte, die Internisten und Urologen.

Dies sind die wichtigsten Präventionsthemen für Männer:

–    Analyse des Lebensstils : Arbeitsverhalten, Freizeit, Sport, Zeit für Entspannung, familiäre Situation
–    Herz- Kreislauferkrankungen: Gefäßrisikofakoren wie Fettstoffwechselstörungen, Diabetes, Übergewicht, Rauchen, Ernährung, Arterielle Hypertonie
–    Stoffwechselerkrankungen: Metabolisches Syndrom, erhöhte Harnsäure, Fettstoffwechselstörung, erhöhtes Homocystein
–    Hormonelle Störungen: Schilddrüsenüber- oder Unterfunktion, Mangel an Nebennierenhormonen wie DHEA oder Cortisol, Testosteronmangel mit erektiler Dysfunktion
–    Fertilitätsstörungen: Zeugungsunfähigkeit schon bei jungen Männern
–    Krebserkrankungen: Dickdarmkarzinom, Prostatakarzinom
–    Knochen: Risiko für Osteoporose mit Frakturneigung im höheren Lebensalter
–    Burn- Out und depressive Störungen

Mit Hilfe von speziellen Fragebögen und Checklisten sowie darauf abgestimmten Untersuchungsprogrammen läßt sich für den betroffenen Mann ein individuelles Risikoprofil ermitteln und ein mittel- bis langfristiger Therapieplan erstellen.
Um die Compliance der Männer zu gewährleisten, ist zum Beispiel die Einbindung der Ehefrau oder Partnerin sehr hilfreich; außerdem haben sich flexible Sprechstundenzeiten und Recallsysteme sehr bewährt.

Dr. med Gabriele Tille
Dr. Gabriele Tille

Weitere Informationen über die Naturheilpraxis Dr. med Gabriele Tille finden Sie unter:
www.naturheilverfahren-hessen.de

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