Traditionelle und alternative Heilmethoden in Hessen

Therapie

Ernährung und unerfüllter Kinderwunsch

Etwa eine Million Frauen in Deutschland leiden an  polyzystischen Ovarien, dem PCO-Syndrom. Das sind etwa 7 % aller Frauen im gebärfähigen Alter. Die meisten von ihnen sind übergewichtig. Das PCO-Syndrom ist eine endokrine Erkrankung, bei der neben polyzystischen Ovarien, einer Zyklusstörung (Oligo- oder Anovulation) und der Produktion vermehrter männlicher Hormone (Hyperandrogenismus, vor allem Hirsutismus) die Insulinresistenz einer der entscheidenden Faktoren ist. Der stärkste Leidensdruck entsteht dabei für diese Frauen dadurch, dass der Kinderwunsch lange unerfüllt bleibt. Hier weiterlesen

Johanniskraut bei Depressionen

Johanniskraut war bisher ein frei verkäufliches Arzneimittel, das viele Menschen für die unterschiedlichsten psychosomatischen Beschwerden im Rahmen der Selbstmedikation verwendet haben.

Die wissenschaftliche Forschung hat schon seit Jahren festgestellt, dass höher dosiertes Johanniskraut ( ca. 900 mg täglich ) geeignet für die Behandlung von mittelschweren Depressionen ist und damit die Therapie mit allopathischen Antidepressiva überflüssig macht.

Nun hat das Bundesministerium für Gesundheit die hoch dosierten Präparate ab dem 01.04.2009 für rezeptpflichtig erklärt mit dem Argument, dass ein Laie nicht unterscheiden könne, ob er eine leichte oder eine mittelschwere Depression habe, bzw. ob überhaupt eine Depression vorliegt.

Depressive Verstimmungen können die unterschiedlichsten Gründe haben und Ausdruck sowohl psychiatrischer als auch körperlicher Erkrankungen ( z.B. Schilddrüsenunterfunktion, Hormonmangel in den Wechseljahren ) sein.
Dies zu diagnostizieren, ist Sache des behandelnden Arztes. Eine Selbstbehandlung kann die Erkennung einer Grunderkrankung verzögern, damit geht unter Umständen wertvolle Zeit für eine ziel- und ursachenorientierte Therapie verloren.

Am Beispiel Johanniskraut lässt sich zeigen, dass pflanzliche „ natürliche“ Arzneimittel keineswegs harmlos oder nebenwirkungsfrei sind, wie sie zum Beispiel in der Laienwerbung dargestellt werden:
Viele Menschen, die Johanniskraut in der Selbstbehandlung anwenden, wissen nicht, dass zum Beispiel die Wirkung von Antibabypillen aufgehoben werden kann.

Ebenso kann Johanniskraut bei starkem Sonnenbaden eine Lichtdermatose auslösen, weswegen man die Behandlung aussetzen sollte, wenn man regelmäßig in ein Solarium geht oder eine Urlaubsreise in südliche Länder antreten möchte. Auch darüber kann ein Arzt aufklären.

Beim Kauf eines Johanniskrautpräparates in der Apotheke ist ebenfalls eine qualifizierte Beratung über Wirkung, Dosierung und Nebenwirkung möglich, das entfällt allerdings, wenn die Produkte in Supermärkten oder im Internet erworben werden.

Zusätzliche Informationen zum Thema: Weiterführende Informationen über Bachblüten im Internet.

Testosteronmangel- Syndrom bei Männern

Die Zusammenhänge zwischen der nachlassenden Eierstocksfunktion und einsetzenden Alterungsvorgängen sind bei Frauen gut untersucht und belegt.

Bei Männern ist der Zusammenhang von niedrigen Testosteronspiegeln und deren Auswirkungen auf körperliche Funktionen und die Psyche in vielen Bereichen noch unklar bzw. nicht ausreichend erforscht.
Gleichzeitig ist klar, dass für das Wohlbefinden und die Gesundheit ausreichende Hormonspiegel an männlichem Hormon sehr wichtig sind.

Eine Beurteilung, ob ein älter werdender Mann an einem Testosteron-Mangelsyndrom leidet, ist auch deswegen so schwierig, weil bei Männern die Hormonproduktion bis ins hohe Alter stattfindet und es keine festen Normwerte bei den Blutspiegeln gibt, ab welchen man sicher von einem therapiebedürftigen Testosteronmangel sprechen könnte.
Daher ist bei dem Verdacht auf Testosteronmangel eine ausführliche Anamnese in Verbindung mit Laboruntersuchung und fachurologischer Untersuchung wichtig.

Hinweise auf ein Testosteron-Mangelsyndrom können sein:

–    Verminderte Libido und verminderte sexuelle Aktivität
–    Verminderte Spontanerektionen
–    Haarausfall
–    Abnahme der Hodengröße
–    Infertilität mit verminderter Spermienzahl
–    Osteoporose
–    Verminderte Muskelkraft
–    Depressive Verstimmung
–    Schlafstörungen
–    Kognitive Leistungseinbußen
–    Zunahme des Körperfettgehaltes, besonders im Bauchbereich

Das Blut für eine Serum-Testosteronbestimmung sollte immer morgens zwischen 8.00 und 10.00 Uhr abgenommen werden. Gleichzeitig wird das sogenannte SHBG ( Sexualhormon – bindendes Globulin ermittelt, das etwa 40 % des im Blut zirkulierenden Testosteron bindet. Ein Maß für den biologisch aktiven Anteil ist der Freie Androgen- Index, der sich rechnerisch aus der gemessenen Testosteron – und SHBG- Konzentration ergibt.
Wenn ein Testosteronmangel nachgewiesen ist, dann müssen weitergehende Laboruntersuchungen wie LH und FSH ( Steuerungshormone der Hirnanhangsdrüse ) durchgeführt werden, um eine komplexere Hormonstörung auszuschließen.

Die Therapie des Testosteronmangelsyndroms ist sehr individuell zu sehen:

–    Ernährungsumstellung mit Gewichtsreduktion, Sport und Aufgabe des Rauchens können die Auswirkungen des Testosteronmangels mindern
–    Therapie mit Thymus- Milzpräparationen und Injektionen homöopathischer Komplexmittel sind im Einzelfall in der Lage, die Hormonproduktion im Hoden wieder anzuregen und auf die vielfältigen psychovegetativen Symptome positiv einzuwirken
–    Wenn all das nicht greift, dann kann eine transdermale Testosteronsubstitution angezeigt sein. In diesem Fall sind Kontraindikationen wie bestehendes Prostatakarzinom, eine unklare PSA- Erhöhung, große Prostata bei Prostataadenom, eine schwere Herzinsuffizienz und eine unbehandelte obstruktive Schlafapnoe zu beachten.

Am Anfang der Hormonbehandlung sind vierteljährliche Blutkontrollen des PSA- Wertes, des Testosterons und der Blutdicke ( Hämatokrit ) erforderlich sowie längerfristig jährliche urologische Kontrolluntersuchungen.

Burn –Out bei Männern- interdisziplinäre Diagnostik und Therapie

Die Altersgruppe von Männern zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr ist zur Zeit am häufigsten vom akuten oder chronischen Burn- Out betroffen.

Es sind die ehrgeizigen, gut ausgebildeten und leistungsbereiten Männer, die bei einer sechzig 60- 70 –Stunden- Woche den Spagat von gut bezahltem, aber auch bedrohtem Arbeitsplatz, Familiengründung und Privatleben leisten müssen.

Verschiedene, sich negativ verstärkende Belastungsfaktoren spielen eine Rolle:

–    Es gibt keine geregelten Mahlzeiten. Das Mittagsessen wird aus Zeitgründen übergangen und abends vor dem Fernsehen wird eine große Menge gegessen, häufig verbunden mit hohem Alkoholkonsum, um den Tagesstress abzubauen.
–    Der Schlafrhythmus und die Erholsamkeit des Schlafes sind gestört. Einerseits verhindern Alkohol und späte Mahlzeiten den Tiefschlaf, andererseits kommt es durch häufige Flugreisen mit Jet- Lag und Übernachtungen in Hotels zu einem gestörten Schlafprofil.
–    Das Wochenende und die Urlaube sind geprägt von den Anforderungen und Wünschen an das Familienleben und die Paarbeziehung, gleichzeitig gibt es für viele Männer die Verpflichtung zu einer ständigen „Online-Präsenz“ seitens des Arbeitgebers.
–    Stress- Symptome wie Spannungskopfschmerz, Schwindel und Herzbeschwerden werden negiert oder durch Schmerz- und Beruhigungsmittel unterdrückt.
–    Die Selbstwahrnehmung eigener Gefühle und Bedürfnisse lässt nach; hoher Arbeitseinsatz und Erfolgsdruck werden als positive Tugenden umgedeutet, um die Motivation überhaupt aufrechterhalten zu können.

Erfahrungsgemäß kommen Männer mit Burn-Out- Symptomatik und chronischer Erschöpfung erst dann zum Arzt, wenn sie nicht mehr können oder das persönliche Umfeld sie dazu zwingt, endlich etwas zu unternehmen.
Häufige Symptome sind Schlafstörungen, chronische Schmerzen des Bewegungsapparates, Herzprobleme, Impotenz und psychische Störungen.

Für den konsultierten Arzt ist es wichtig, an Burn- Out zu denken und den betroffenen Mann zügig einer interdisziplinären Diagnostik zuzuführen, um bereits erfolgte organische Erkrankungen auszuschließen und ein individuelles Risikoprofil zu erstellen. Dazu gehören z.B. ein internistisch- kardiologischer Check, eine urologische Untersuchung, eine neuropsychiatrische sowie orthopädische Diagnostik. Auch die Untersuchung in einem Schlaflabor zum Ausschluss eines Schlaf- Apnoesyndroms kann sinnvoll sein.

Wichtig ist, dass in einer Burn-Out Behandlung beim Hausarzt oder Internisten die „ Fäden zusammenlaufen“, das heißt, das alle Befunde bei einem Arzt erfasst werden und durch ihn eine Koordination der Behandlungsmaßnahmen erfolgen kann.

Der Therapieansatz ist ebenfalls multimodal:

–    Hilfe bei der Ernährungsumstellung
–    Motivation zu sportlicher Betätigung
–    Entspannungsverfahren wie Autogenes Training, Jakobson- Training oder Meditation
–    Psychotherapie
–    Medikamentöse Therapie bei Herz- Kreislauferkrankung
–    Zeitlich begrenzte Therapie mit pflanzlichen Beruhigungsmitteln und/ oder niedrig dosierten Antidepressiva zur Schlafförderung

Laktoseintoleranz erkennen und behandeln

Maldigestion und Malabsorption von Kohlenhydraten sind Ursachen für chronische abdominelle Beschwerden. Auslöser dafür ist unter anderem die Laktose.

Die Laktoseintoleranz kommt bei ca. 15% der Bevölkerung in Deutschland vor, also bei etwa 12 Millionen Menschen, weltweit ist sie noch wesentlich häufiger.
Ursache der gestörten Laktoseaufnahme ist ein Mangel des in der Dünndarmmukosa lokalisierten Enzyms Laktase. Diese spaltet normalerweise das Disaccharid Laktose in die Monosaccharide Glukose und Galaktose, die im Dünndarm resorbiert werden können. Laktose dagegen ist nicht resorbierbar.

Arten der Laktoseintoleranz

1.    Die angeborene Laktoseintoleranz ist genetisch determiniert. Diese Erkrankung wird schon im Säuglingsalter manifest und tritt extrem selten auf.

2.     Die erworbene Laktoseintoleranz, die im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter auftritt. Die Gründe für die deutliche Zunahme der Laktoseintoleranz sind neben genetischen Einflussfaktoren sicherlich in dem extrem hohen Konsum von Milchprodukten seitens der Bevölkerung zu sehen. Es gibt immer mehr industriell hergestellte Milchgetränke, die schon Fast- Food- Charakter haben. Durch den Anstieg der Verwendung von Laktose im Bereich der Fertignahrungsmittel und in der pharmazeutischen Industrie sind wir mit einer zigfachen Menge der Laktose konfrontiert als noch vor 40 Jahren.

3.    Die sekundäre Laktoseintoleranz, bei der die verminderte Laktaseaktivität durch eine Grunderkrankung bedingt ist, z.B. bei Zöliakie, chronisch- entzündlichen Darmerkrankungen, infektiöser Diarrhoe oder nach Antibiotika/ Zytostatika- Therapie. Nach der Behandlung und Ausheilung der Grunderkrankung kann sich die Laktoseunverträglichkeit wieder normalisieren.
Im Rahmen eines chronisch erhöhten Alkoholkonsums, beim Reizdarmsyndrom, aber auch schon beim Auftreten kleiner Entzündungsherde in den oberen Schichten der Dünndarmschleimhaut kann sich die Enzymaktivität der Laktase spürbar verringern.

Eine Laktoseintoleranz kann schnell und einfach mit dem H2 (Wasserstoff) – Atemtest nachgewiesen werden. Der ebenfalls angewandte Gentest weist lediglich die Veranlagung nach, macht aber keine Aussage über die Ausprägung der Symptomatik bei Laktoseunverträglichkeit.

Ernährungstipps für die Praxis

–    Laktosehaltige Speisen werden besser vertragen, wenn sie zusammen mit anderen Lebensmitteln verzehrt werden ( langsamere Passagezeit im Dünndarm, längerer Kontakt mit der laktasehaltigen Dünndarmschleimhaut)

–    Es gibt keine E- Nummer Laktose ; der Begriff „ Zuckerstoffe“ in einem Nahrungsmittel kann eine Mischung von verschiedenen Zuckern und damit auch Laktose enthalten

–    Milcheiweiß und Milchsäure enthalten keine Laktose
–    Pflanzliche Bindemittel sind laktosefrei

–    Klassische Milchprodukte: Vorzug der gesäuerten Produkte, da langsamere Transitzeit im Darm. Die erhöhte mikrobielle Laktaseaktivität wird durch den Einfluss der Gallensalze sichergestellt, sodass das Milchprodukt die Laktosespaltung durch die Bakterien sozusagen selbst übernimmt. Die mikrobielle Spaltungsaktivität geht allerdings bei erhitzten Sauermilchprodukten verloren.

Dr. med Gabriele Tille
Dr. Gabriele Tille

Weitere Informationen über die Naturheilpraxis Dr. med Gabriele Tille finden Sie unter:
www.naturheilverfahren-hessen.de

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